Tag des offenen Denkmals 2006 (Hohenhaus)

Das Gelände des Hohenhauses befindet sich im Westteil der Lößnitz. Das Grundstück umfasst eine Fläche von 11 Hektar und weist Höhenunterschiede von etwa 80 Metern auf.

Bereits im 13. Jahrhundert wird der Hang als Weinberg erwähnt. Bis Mitte des 16.Jahrhunderts befand sich das Gelände im Besitz Meißner Bischöfe. Während des 17. Jahrhunderts erfolgte unter Hofmarschall von Rechenberg der Umbau eines vorhandenen Winzerhauses. Für die Parkentstehung und die Wirkung der Gesamtanlage in ihrer heutigen Form ist vermutlich erst die Grundstücksentwicklung seit dem Jahr 1864 ausschlaggebend, als der Berliner Handelskaufmann Berthold Thienemann den Besitz von Hohenhaus erwarb.

Im Zusammenhang mit dem Gebäudeausbau als Landsitz entstand eine großzügige Parkanlage, die mit zahlreichen Elementen der Kleinarchitektur ausgestattet war. Vorhandene Gehölzbestände wurden durch Neupflanzungen ergänzt und mit einem weitläufigen Wegesystem erschlossen.

Aufgewertet wurde der Park durch die Einordnung und Gestaltung zahlreicher Aussichtspunkte und kleiner Erlebnisbereiche.

Historische Gärten sind immer auch geschichtliche Dokumente ihrer Entstehungszeit und des damaligen Zeitgeistes. Im Fall von Hohenhaus ist besonders die Verbindung zum Leben und Schaffen Gerhart Hauptmanns erwähnenswert. Der Dramatiker Hauptmann hielt sich im Zeitraum von 1881 bis 1885 häufig im Grundstück auf und nannte das Hohenhaus ein "Nest der Paradiesvögel". Gerhart und seine beiden Brüder heirateten schließlich drei der Thienemann-Töchter.

Nach dem Verkauf des Hohenhaus-Grundstückes durch die Thienemannschen Erben im Jahre 1885 ließ der neue Eigentümer, Dr. Walter Stechow, das Gebäude im Stil der Neorenaissance umbauen. Dem Haus wurde im Westen ein Wendelturm und im Süden ein großer Balkon vorgelagert.

Gebäude und Gelände des Hohenhauses unterliegen als Ensemble dem Denkmalschutz.

Dendrologischen Seltenheitswert besitzt der in geschützter Lage an der Ostseite des Hohenhauses wachsende Osagedorn (Maclura pomifera), welcher in Nordamerika beheimatet ist. Markant sind im Herbst seine großen, runden Früchte mit gelbgrüner Farbgebung und genarbter Oberflächenstruktur.

Direkt vor der Südfront des Herrenhauses steht ein Schnurbaum (Sophora japonica). Diese Art stammt aus Nordasien (China,Korea). Wertvoll ist die späte Blüte im August. Sein Erhalt ist einem vor Jahren erfolgten Entlastungsschnitt zu verdanken.

Ein charakteristisches Merkmal des Hohenhaus-Parkes sind die Zürgelbäume (Celtis occidentalis) mit schöner goldgelber Herbstfärbung. Sie gehören zu den Ulmengewächsen. Ihre Heimat ist Nordamerika. Zürgelbäume können bis zu 35 m hoch werden und sehr breite Kronen ausbilden. Auffallend ist auch die silbergraue, tiefgefurchte Rinde. Im südlichen Parkteil steht ein altehrwürdiges Exemplar, von dem vermutlich auch die anderen, im Park vorhandenen jüngeren Zürgelbäume abstammen.

Südöstlich des Goldfischteiches befindet sich ein Gingkobaum (Gingko biloba), der allerdings erst zu einem späteren Zeitpunkt angepflanzt wurde.

Im Bereich des Tennisplatzes stehen große Exemplare der Amerikanischen Roteiche (Quercus rubra), die nach der Grundstücksübernahme durch die Familie Stechow (ab 1885) vermutlich im Zusammenhang mit dem Tennisplatzbau angepflanzt worden sind. Die Jeffreyi-Kiefer (Pinus jeffreyi) im unteren Grundstücksteil (Gärtnereigelände) wurde 1887 unter dem damaligen Besitzer gemeinsam mit anderen, nicht mehr erhaltenen Koniferen angepflanzt. Sie ist in den USA vor allem in Kalifornien beheimatet. Markant sind die bis etwa 20 cm langen Nadeln und sehr großen Zapfen.

Von den bei uns heimischen Arten sind vor allem ein alter Bergahorn (Acer pseudoplatanus) direkt an der Mittleren Bergstraße Nr. 20 sowie einige stattliche Flatterulmen (Ulmus laevis) neben dem Gärtnerhaus und im unteren Parkteil erwähnenswert. Interessante alte Feldahorn-Exemplare (Acer campestre) stehen auf einer Steinrippe neben der Barkengasse. (zurück...)

Bei Interesse siehe auch die Gartenkunst im Hohenhaus-Park.

Plakat zum Tag des offenen Denkmals 2005
 
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